Unsere Schülerinnen und Schüler seien ungebildet und sollen im Kloster Einsiedeln nach Antworten zum Klimawandel suchen. Solche und weitere Aussagen tätigte Herr Heiri Kuhn in seinem Leserbrief vom 7. Februar 2019 (siehe unten).

Hier ein paar Fakten zu den aktuellen Wetterkapriolen. In der Schweiz hat die durchschnittliche Temperatur seit Messbeginn, im Jahr 1864, um 2°C zugenommen und ist damit doppelt so hoch wie der globale Anstieg. Weiter lassen sich die steigenden Temperaturen seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit natürlichen Faktoren (wie beispielsweise der Schwankung der Sonnenstrahlung) nicht mehr erklären. Zufällig sind auch die neun der zehn wärmsten je gemessenen Jahre in der Schweiz im 21. Jahrhundert registriert.

In besagtem Leserbrief werden ausserdem die Umweltparteien kritisiert, welche versuchen die jungen Erwachsenen für deren Wahlkampf zu instrumentalisieren. Was hat denn die SVP im Wahljahr 2015 für Parolen abgehalten, als die Flüchtlingswelle Europa überrollte? Zurzeit ist eben ein anderes Thema aktuell.

Mich stört, dass viele kritische Bürger der heutigen Jugend Desinteresse an der Politik und Gesellschaft vorwerfen. Doch sobald diese ihre Stimmen für unseren Planeten erheben, ernten sie weitere Kritik. Die als Generation Easyjet abgestempelte Alterskohorte fragt sich korrekterweise, wer manövrierte uns überhaupt in diese missliche Lage?

Der Leserbriefschreiber ist, gemäss seinen eigenen Aussagen, sehr interessiert an Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Bevor deshalb auf die untätige Jugend gezielt wird, sollten genau jene wie er seinen Beitrag leisten und als gutes Beispiel für unsere Kinder voran gehen. Wenn nicht wir in der Schweiz eine Vorreiterrolle einnehmen, und versuchen die Klimaziele ernst zu nehmen, wo auf der Welt denn sonst?

Fabio Iten, Kantonsrat CVP Unterägeri

Zu den Klimastreiks der Schülerinnen und Schüler

Liebe Leserinnen und Leser, es vergeht kein Tag, an dem man nicht über Umweltschutz, Ökologie oder Klimaerwärmung in allen Medien lesen kann. Das ist so weit in Ordnung und auch wichtig. Auch ich bin an Umweltschutz und Nachhaltigkeit interessiert. Allerdings ist es in meinen Augen verfehlt, wenn die Linken und die grünen Parteien für ihren Wahlkampf zu diesem Thema Schüler für sich instrumentalisieren. Es ist sogar höchst fragwürdig, wenn man Schülerinnen und Schüler an eine Umwelt-Demo auf die Strasse schickt, welche von ihren eigenen Eltern jeden Tag nur ein paar hundert Meter mit ihren Autos in die Schule gefahren werden. Wenn allen Schülern die Umwelt so wichtig ist, warum können sie denn die kurze Wegstrecke nicht zu Fuss gehen oder zusammen mit anderen Schülern in einer Fahrgemeinschaft (Schulbus) mitfahren? Auch müssten die Schüler sich über sich selber Gedanken machen und zum Beispiel ihre Smartphone-Nutzung hinterfragen. Die Smartphones, geschweige denn die dazu notwendigen Natelantennen, wachsen ja auch nicht auf den Bäumen! Nein, bleiben wir realistisch. Wenn man Schülerinnen und Schüler für solche Wahlkampfthemen als Zugpferde gewinnen will, schlage ich vor, dass die Linken und die grünen Parteien mit eben diesen Schülern nach Einsiedeln gehen und dort an die Klostertür klopfen. Bittet darum, einmal in die Bibliothek mit den Wetteraufzeichnungen reinschauen zu dürfen. Diese Bibliothek ist ein gesellschaftlicher Schatz und zeigt auf, wie zum Beispiel das Wetter vor ein paar hundert Jahren war. Damit würden die Schüler und alle Umweltparteien neben ihrem Einsatz für die Umwelt auch für ihre Bildung etwas tun. Sie würden lernen, dass das Klima bei uns schon vor 200, 300 Jahren solche Kapriolen gemacht hat. Ich möchte aber damit nicht sagen, dass mir das Klima und die Umwelt egal sind. Nein, ganz im Gegenteil. Ich möchte die Leserinnen und Leser darauf aufmerksam machen, dass sie sich nicht von solchen absurden Wahlkampftaktiken durch die Linken und die grünen Parteien instrumentalisieren lassen. Sachlichkeit und Gespräche am runden Tisch waren schon früher das Mittel zur Lösungsfindung, und das hat sich bis heute nicht geändert. Umweltschutz ja, aber natürlich, sauber und fair für alle.

Heiri Kuhn, SVP Oberägeri, Oberägeri

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