Die Schweiz ist das Land der Berufslehren. Das ist weltweit einzigartig und hat einen massgeblichen Beitrag zum Wirtschaftserfolgsmodell Schweiz beigetragen.

Wir entlassen unsere Jugendlichen nach der Schulzeit nicht in eine unsichere Zukunft, sondern investieren in eine ausgezeichnete Bildung. Ein ausuferndes Praktikumswesen ist in diesem Kontext ein Unding. In einigen Berufsgattungen wird mit einem fast schon branchenüblichen Praktikum vor der Lehre die Idee der Berufsbildung untergraben. Besonders stossend ist, wenn mehrere Praktikumsstellen in nur eine Lehrstelle münden.

Diese Problematik wurde von betroffenen Jugendlichen an die Junge CVP getragen. Die im Kantonsrat vertretenen Mitglieder der JCVP stellten daraufhin der Zuger Regierung in einer Interpellation diverse Fragen. Aus unserer Sicht handelt es sich bei den meisten Vorlehrpraktika um eine Ausnutzung der Jugendlichen, die als Billigstarbeitskräfte mit vollem Auftrag eingesetzt werden. Eine klare gesetzliche Vorgabe für Praktika gibt es nicht. Der Regierungsrat teilt unsere Ansicht, dass mit einem Vorlehrpraktika für die Jugendlichen zwingend eine Anschlussmöglichkeit in demselben Betrieb bestehen muss. Aus der Interpellationsantwort geht hervor, dass wir mit unseren Fragen einen wunden Punkt getroffen haben. Es wurden bis anhin keine Zahlen zu Praktika erhoben. Dadurch wurden die Missstände in verschiedenen Berufsgattungen nicht erkannt. Ein weiteres Problem, beispielsweise im Bereich der Betreuung, liegt in der Finanzierung. Aus unserer Sicht müssen die Finanzierungsmethoden geklärt werden. Es kann nicht sein, dass auf dem Buckel der Jugendlichen gespart und ihnen dadurch der Einstieg ins Berufsleben erschwert wird.

Die Tripartite Kommission hat ein Vorgehen erarbeitet, um das Praktikumswesen zu kontrollieren. Die JCVP fordert den Regierungsrat auf, die angestrebten Ziele der Kommission zeitnah zu prüfen und Massnahmen einzuleiten, wenn die Problematik nicht entschärft werden kann.

Bericht Zuger Woche vom 01.07.2020

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